HC Oppenweiler/Backnang 3   26 : 23   TV Möglingen

„Wenn man im Leben etwas Großes erreichen möchte, muss man Druck aushalten können.“ So zitierte die Ludwigsburger Kreiszeitung in ihrer Samstagsausgabe Jens Keller, den Trainer vom 1. FC Union Berlin. Dass die Berliner am Montagabend dem Druck genauso wenig standhalten konnten wie der TV Mögingen am Samstagmittag in seinem letzten Saisonspiel, ist nun kein Geheimnis mehr. Im Spitzenspiel in der Vorwoche verpasste die Möglinger Mannschaft nur knapp die Sensation, doch womöglich war das Pulver schon verschossen. Zu viele Fehlwürfe verhindern den sicheren Aufstieg in die Bezirksliga, die Hoffnung muss allerdings noch nicht aufgegeben werden.

Als Tabellenzweiter reisten die Möglinger nach Oppenweiler, zur dritten Mannschaft des dort ansässigen Handballclubs. Der Vizemeister von 2016 konnte zwar erst vor kurzem den Klassenverbleib sichern, hat aber die Möglichkeit sich noch ein paar Plätze nach oben zu spielen und wollte die Suche nach seinem Nachfolger weiter spannend machen. Die Möglinger kamen ebenfalls mit großen Zielen in die Gemeindehalle, taten sich aber schon zu Beginn sehr schwer mit dem ersten Torerfolg. In der fünften Minute gelang der Ausgleich zum 1:1 und wenig später auch die erste Führung. Diese konnte bis zum 3:4 behauptet werden, doch mit drei Toren in Folge riss die Heimmannschaft das Zepter an sich. Das gesamte Spiel über zeigte der Möglinger Angriff nicht die gewohnte Leistung wie in den letzten Spielen, sondern rieb sich an der gut agierenden Heimabwehr auf. In der Folge wurden Bälle ins Seitenaus geschmissen, Würfe aus ungünstigen Positionen genommen und wenn die Chance dann fast schon hundertprozentig war, scheiterte man am starken Keeper. Zunächst blieb der TVM noch dran und erzielte bis zum 9:8 in der 21. Minute stets den Anschlusstreffer – dann wurden aber gleich zwei Siebenmeter liegen gelassen, so dass der HCOB bis zur Halbzeit auf 12:9 enteilen konnte.

Der TVM tat sich auch im zweiten Abschnitt weiter schwer, denn trotz der klaren Halbzeitansprache von Frank Schuller gelang es nicht befreit aufzuspielen. Verschenkte Bälle wurden sofort bestraft und so lag man in der 41. Minute mit fünf Toren zurück (17:12). Erfreulicherweise ging aber noch ein Ruck durch die Mannschaft. Sie erarbeitete sich weiter ihre Chancen und war vier Minuten später mit dem 18:16 wieder mittendrin im Spielgeschehen. Die Gelegenheit auf den Anschlusstreffer wurde allerdings verdattelt und auf eine unglückliche aber dämliche Aktion folgte eine Zeitstrafe. Mit dem Rücken zur Wand gab sich die Mannschaft nicht auf, sondern verkürzte in der 52. Minute wieder auf 20:18. Es gelang aber einfach nicht das Ruder herumzureißen, denn der Anschlusstreffer wollte nicht fallen. Das Spiel endet mit 26:23 und sorgte für leere Gesichter bei den Möglinger Handballern.

 

Für den TV Möglingen im Einsatz: Kai Jäckh und Martin Siodlaczek (im Tor) – Valentin Derschka, Fabian Friederich, Tobias Haarer, Alexander Hehr, Marc Hessenthaler, Nico Hessenthaler, Daniel Koller, Felix Neuschwander, Bastian Schelle, Jona Schelle, Selim Sevsay und Alexander Spiller unter der Leitung von Frank Schuller, Laurence Petit und Manfred Schelle.

 

Diese Niederlage besiegelt für den TVM eine erschreckende Rückrunde, in der nur zehn von 22 möglichen Punkten erobert wurden. Schuld daran ist vor allem der schwache Start in das Jahr 2017, denn mit nur einem Sieg aus fünf Spielen war die hervorragende Ausgangsposition der Hinrunde schnell verspielt. Mit vier Siegen in Folge schien man wieder zurück zu alter Stärke gefunden zu haben und bereit für den Endspurt zu sein, doch mit zwei Niederlagen zum Abschluss hat man es nicht ins Ziel geschafft. Ob der TV Möglingen die Bezirksklasse in der Hallenrunde 2016/2017 nun als Zweit- oder Drittplatzierter abschließen wird, hat er nicht mehr selbst in der Hand, denn am letzten Spieltag bleibt der Mannschaft nur die gebangte Zuschauerrolle. Sollte der TSV Weissach den TVM noch auf Platz 3 verdrängen, müssen sogar noch einige Wochen abgewartet werden, um zu wissen, ob man in der kommenden Spielzeit in der Bezirksliga angreifen darf oder nicht. Da hat sich die Mannschaft das Leben unnötig schwer gemacht…