TV Möglingen – VfL Waiblingen 26:26

Dass Derbys ihre eigenen Gesetze haben war beim Spiel zwischen dem TV Möglingen und dem VfL Waiblingen in der Möglinger Stadionhalle mal wieder mehr als ersichtlich. Auf dem Papier waren die Rollen klar verteilt: Der TVM, aktuell noch mit Chancen auf die Meisterschaft, und der VfL, der erst am letzten Wochenende den Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht hatte.

Doch in der ersten Halbzeit waren diese Rollen vertauscht. Der VfL begann sehr engagiert, sowohl in der Abwehr als auch im Angriff. Beim TVM lief praktisch nichts zusammen. Mehrere 100%ige Torchancen wurden nicht genutzt, in der Abwehr ließ man die Gäste schalten und walten wie sie wollten. Mit dem Ergebnis, dass der TVM nach acht Spielminuten bereits 2:7 im Hintertreffen lag. Möglingen wirkte sehr pomadig. Das Rückzugsverhalten lud die Gäste immer wieder zu einfachen Toren aus der ersten und zweiten Welle ein. Nach 22 Minuten hatte der VfL Waiblingen der Vorsprung auf sechs Tore anwachsen lassen. Ein Doppelschlag von Denise Geier zum 9:13 ließ die Möglinger Hoffnungen nochmal wachsen, doch Barbara Bagosci netzte zum 9:14-Halbzeitstand ein.

Die Gastgeberinnen kamen zunächst ganz gut aus der Kabine. Franziska Fischer und Franziska Ramirez verkürzten auf 11:14, doch dann musste der TVM wieder abreißen lassen. Eine Zweiminutenstrafe gegen Denise Geier und Gegentore von Sinah Hagen und Gabriella Szabo sorgten dafür, dass der Abstand weiterhin fünf – sechs Tore betrug. In der 44. Minute schaffte es der TVM erstmals auf drei Tore zu verkürzen – und Waiblingen wackelte. Torhüterin Nicole Harjung entschärfte in dieser wichtigen Phase einen Siebenmeter und auch die Abwehr arbeitete jetzt deutlich besser. Anna Tonn, die in der 1. Halbzeit sehr unglücklich agierte konnte wichtige Tore erzielen. Sechs Minuten vor Spielende war der TVM erstmals auf ein Tor ran (23:24). Möglingen hatte sich nicht aufgegeben und kämpfte verbissen weiter, doch auf der VfL hielt dagegen. In der 58. Minute stand die Halle dann Kopf als die Gastgeberinnen erstmals zu, 25:25 ausgleichen konnten. Kurz darauf lag sogar die Führung in der Luft, aber Franziska Ramirez bekam den Ball im Gegenstoß nicht unter Kontrolle. Noch war eine Minute zu spielen. Die Möglinger Abwehr war nicht präsent so dass Sinah Hagen ohne Körperkontakt durchmarschierte und zum 25:26 einnetzte. Ein Angriff blieb noch, um zumindest einen Punkt in Möglingen zu behalten. Der Ball war schon fast verloren, durch Routinier Francis Tief sicherte den Ball und sah ihre freie Mitspielerin Annika Wagner, die vier Sekunden vor Spielende das 26:26 erzielte.

Am Ende war es sicherlich ein gewonnener Punkt für den TV Möglingen. Die Vorlage, die der SC Korb mit der deutlichen Niederlage bei der HSG Freiburg lieferte konnte nicht genutzt werden, so dass es am kommenden Samstag zum Showdown in Korb kommt, wenn der Tabellenführer SC Korb den Tabellenweiten TV Möglingen empfängt. Der HCD Gröbenzell rangiert auf Rang 3, hat aber allerdings auch ein Spiel weniger ausgetragen.

Es spielten: Baranski und Harjung (im Tor); Ramirez (7/3), Wagner, Geier, F. Fischer und Tonn (je 4), Tief (3), Klein, Kirsch, Klenk, T. Fischer, Brunn und Wehe.